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Sommerzeit ist Urlaubszeit –
Was muss bei einem Praxisurlaub beachtet werden?

Sie freuen sich auf Ihren langersehnten Urlaub und schließen die Praxis für ein paar Wochen. All Ihre Mitarbeiter sind schon weg und genießen den Sommer. Doch bevor auch Sie die Praxistür absperren und sich erholen können, überlegen Sie noch einmal, ob Sie an alles gedacht haben. Damit meinen wir nicht Ihr Reisegepäck, sondern Ihre Vertretung.

 

Als Vertragsarzt müssen Sie auch für die Urlaubszeit einige Dinge beachten und im Vorfeld organisieren. Dazu gehört auch die Sicherstellung der medizinischen Versorgung durch einen geeigneten Vertreter. Was hierbei zu beachten ist, geben wir Ihnen nachstehend noch einmal mit in die Urlaubsplanung.

Benennung einer Vertretung

Im Bundesmantelvertrag-Ärzte ist in §17 zu finden, dass der Vertragsarzt der Kassenärztlichen Vereinigung eine Vertretung benennen muss, wenn er länger als eine Woche in seiner ärztlichen Berufsausübung verhindert ist.  Die Vertretung ist mit dem vertretenden Arzt abzusprechen.

Die Meldung des Vertreters an die KV kann formlos erfolgen. Es gibt auch KVn, die dafür ein Formular bereitstellen.

Eine Genehmigung des Vertreters durch die KV ist erst notwendig, wenn die Vertretungszeit mehr als 65 Arbeitstage innerhalb von 12 Monaten beträgt.

Voraussetzungen des Vertreters

Grundlegend dürfen Sie sich nur durch einen Kollegen vertreten lassen, der eine abgeschlossene Weiterbildung im gleichen Fachgebiet hat, für welches Sie selbst zugelassen sind. Dabei ist eine Kassenzulassung des Vertreters aber nicht notwendig. Es kann sich beim Vertreter auch um einen Krankenhausarzt handeln.

Der Vertreter darf in Ihrer Urlaubszeit nur die Leistungen durchführen und abrechnen, für die er auch qualifiziert ist. Wenn Sie beispielsweise über die Genehmigung für die Psychosomatik verfügen, muss ihr Vertreter ebenso die Qualifikation dafür haben, das bedeutet jedoch nicht, dass er die Genehmigung der KV dafür haben muss. Er muss lediglich die Voraussetzungen erfüllen, um eine solche Genehmigung ggf. zu erlangen. Hat er diese nicht, darf er diese Leistungen auch nicht erbringen.

Besonderheiten in Gemeinschaftspraxen

Sind Sie in einer Gemeinschaftspraxis tätig oder arbeiten mit angestellten Ärzten, dann können Sie sich bei gleichen fachlichen Qualifikationen und gleichem Versorgungsbereich auch von diesen vertreten lassen. In diesem Fall ist keine Meldung an die KV erforderlich, da hier keine Vertretung im Sinne der Ärzte-Zulassungsverordnung vorliegt. Eine gemeinschaftliche Behandlung der Patienten in einer Gemeinschaftspraxis ist üblich. Dennoch ist es ggf. aus strategischen Gründen für Budget- oder Honorarbelange empfehlenswert, die Abwesenheit zu melden.

Sind Sie in einer Gemeinschaftspraxis tätig und lassen sich durch einen externen Kollegen vertreten, ist dies unbedingt der KV zu melden.

Abrechnung

Lassen Sie sich durch einen Vertreter in Ihrer eigenen Praxis vertreten, so rechnet dieser alle Leistungen über Ihr PVS und Ihre LANR und BSNR ab. Die Patienten laufen also in Ihrer eigenen Quartals-Abrechnung auf.

Lassen Sie sich durch einen Vertreter außerhalb Ihrer Praxisräume vertreten oder über einen Kollegen in der Gemeinschafspraxis, so rechnen diese über ihre jeweilige LANR ab. Die Patienten laufen damit nicht in Ihre Abrechnung, sondern in die des Vertreters.

Patienteninformation

Vergessen Sie bei all dem nicht, Ihre Patienten entsprechend zu informieren. Auch bei kurzen Abwesenheiten in der Praxis aufgrund von Brückentagen oder verlängerten Wochenenden ist es sinnvoll, die Patienten über einen Aushang am Eingang und auf der Homepage zu informieren und einen Vertreter für die Patienten zu benennen.

Bei nur tageweisen Abwesenheiten ist eine Meldung an die KV nicht notwendig.